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Schaffung einer gemeinsamen Kommunikationsplattform unterschiedlichster Menschen unterschiedlichster
sozialer und struktureller Herkunft.


Dem stetigen Abbau von Kommunikationsnischen gilt es etwas entgegenzusetzen. Kinder, Jugendliche, Erwachsene
haben u. E. auf Grund verschiedenster staatlicher und wirtschaftlicher Faktoren (politische Unklarheiten, Studien- und
Schulorganisation, Arbeitsmobilität, befristete Arbeitsverträge) immer weniger Möglichkeiten "andere" Menschen,
Lebens- und Arbeitsformen kennen zu lernen.

Einem Abbau von Intoleranz und Vorurteilen muß ein Gegenseitiges Kennlernen voran gehen. Durch unsere Einrichtung
und unsere Angebote ist es möglich, daß Menschen unterschiedlichster Art über einen bestimmten temporären Zeitraum
zusammen sind und soziale Erfahrungen sammeln.

Den TN wird hier vor Ort die Möglichkeit des Kennenlernens von Regeln der Mitbestimmung eingeräumt. So bestimmen
beispielsweise Kinder die inhaltliche Ausrichtung von Ferienlagern bzw. den Ablauf von Maßnahmen der AJB.

Umsetzung alternativer Bildungsinhalte- und -methoden

Jugendlichen muß die Möglichkeit gegeben werden, sich ohne Leistungsängste und Strukturzwänge zu äußern. Wie sollen
Jugendliche z. B. ein gesundes Verhältnis zu Drogen bekommen, wenn sie selbst nicht offen über ihre Sehn/Süchte reden
können sondern lediglich "Gelerntes" wiederholen dürfen.

Offenes leistungsfreies und vorurteilfreies Reden muß nicht nur möglich sondern auch inzwischen wieder gelernt sein, um
sich selbst in verschiedenen Kontexten (sozialen, wirtschaftliche, politischen)einordnen zu können. Dies bezieht sich
beispielsweise aber auch auf Fragen von Gewalt und sozialen Zwangsgemeinschaften (Schule, Armee, Beruf).

Hier erhalten sie Raum und Zeit für eine freie Meinungsäußerung mit pädagogischer Lenkung. So werden oft Lehrer bei
bestimmten Inhalten „ausgeladen“, um somit eine freie Atmosphäre zu schaffen. Auch bei der Auswahl von Bildungs-
methoden wird die Zielgruppe von Beginn an mit einbezogen. Wer wenn nicht der/die Betroffene selbst weiß am besten,
wie man was lernen kann?

Aufbau und Umsetzung eines transparenten Netzwerkes

Unserer Einrichtung war und ist die Kooperation mit verschiedensten Vereinen der Kinder- und Jugendhilfe immer ein
wichtiger Ansatz gewesen. So ist inzwischen ein Netzwerk mit entstanden, durch welches verschiedenste Projekte der
Jugendarbeit umgesetzt werden konnten. Für uns ist nicht das Darüber-Reden wichtig, sondern das Umsetzen.

So können wir auf erfolgreiche Projektumsetzung sowohl im internationalen Bereich (EFD, Internationale Workcamps,
Internationale Seminare) als auch im Nationalen Bereich (FÖJ, KiKuFe, JugendABM, Schwul-Lesbisches Sommercamp)
zurückblicken. Wichtig dabei für uns ist es freilich auch, daß wir unsere Kooperationspartner nicht nur auf dem Papier
haben, sondern auch immer eine Überprüfung mit unseren satzungsgemäßen Vereinsaufgaben stattfindet.

So entschieden wir uns beispielsweise auch während einer Vollversammlung zum Austritt aus dem AdB (Arbeitskreis
deutscher Bildungsstätten), weil wir uns durch diesen nicht mehr vertreten fühlten bzw. nicht mehr mit dessen
politischen Ansätzen einher gehen können.

Aufbau einer modellhaften Bildungseinrichtung, welche nicht dem klassischen Unterbringungsmodell entspricht
und Jugendlichen Freiräume und Mitgestaltungsvarianten bietet


Das Rittergut verfügt über unterschiedliche ökologische Komponenten (s. o.), welche transparent sind und zur
Nachahmung im Alltag anregen. Des weiteren ist für uns wichtig, nicht nur über Ökologie zu reden, sondern so
viel wie möglich alternative Energiegewinnungsarten und natürliche Kreislaufprinzipien umzusetzen.
Dies ist freilich auch gleichzeitig methodisches Grundmittel der Einrichtung.

Regionale Verortung der Einrichtung und ihrer Angebote

Um für die Arbeit des Hauses auch und gerade die Region einzubeziehen, gibt es unterschiedliche Ebenen.
Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Umsetzung von Jugendprojekten gibt es auch viele wirtschaftliche
Variablen, welche zur erhöhten Akzeptanz der Inhalte führen.

Des weiteren gibt es weitere enge Bezüge auf sozialer, kultureller und arbeitstechnischer Ebene (Nachbarschaftshilfen,
Netzwerknutzung bei unterschiedlichen Problemstellungen, Anbieten bzw. gemeinsames Durchführen kultureller
Veranstaltungen usw. ) mit der Region.

Förderung ehrenamtlichen Engagements und der Freiwilligenarbeit

Nicht nur auf Grund eigener wirtschaftlicher Zwänge sondern auch und gerade aus der Positivbewertung ehrenamtlicher
Arbeit heraus legen wir großen Wert darauf, unterschiedlichste Menschen unterschiedlichsten Alters dafür zu begeistern.

Gerade im gemeinsamen ehrenamtlichen Arbeiten sehen wir eine große Chance, daß sowohl sozial als auch politisch voneinander gelernt werden kann und verschiedene Brücken geschlagen werden können.

Einbringen und Mitarbeit in Fachgremien u. ä. - aber keine Verharrung in selbigen

MitarbeiterInnen des Hauses arbeiten in verschiedenen Ausschüssen und Fachgremien mit. Es muß aber deutlich
werden, daß dies auch Nutzen hat und nicht lediglich den Sitzungen an sich dient. Hiermit soll auch eine gewisse
Autarkie der Einrichtung gesichert werden.

Mitarbeit in Gremien und Ausschüssen

- Jugendhilfeausschuß Unstrut-Hainich-Kreis und diversen Unterausschüssen
- AG "Jugendarbeit" Unstrut-Hainich
- Vorstandsmitgliedschaft im Kreisjugendring Unstrut-Hainich
- LAG "Jugendbildung" und der LAG "Ferien auf dem Lande"
- Bundesweite Kampagne gegen Wehrpflicht und Zwangsdienste e. V.
- Thüringer Trägerverbund KiKuFe
- Fach- und Arbeitsgruppe "JugendABM"

Kurzskizze der Arbeitsgebiete

1. Bildungsveranstaltungen in Projekt- und/oder Seminarform

Der Verein bietet u.a. in Kooperation mit anderen Vereinen und Trägern Bildungsmaßnahmen in den verschiedensten
Themenbereichen an. Besondere Akzente werden hierbei auf Fragen der Ökologie, Jugend-, Arbeits- und Sozialpolitik
sowie Jugendkultur gelegt.

Die Teilnehmer setz(t)en sich zu 90 % aus Jugendlichen und in der Jugendarbeit tätige Mitarbeiter/innen zusammen.
Der integrative und intergenerative Ansatz unserer Bildungsarbeit stellt für uns einen wichtigen Anspruch dar, welcher
auch eine Verwirklichung findet. Die von uns gesehene Besonderheit in Punkto Bildung stellt unsere durch die
Einrichtung ermöglichte Methodik dar.

2. Organisation und Durchführung inter/nationaler Kinder- und Jugendaustauschlager

Seit 1993 führen wir jährlich mindestens drei inter/nationale Jugendworkcamps in Kooperation mit dem Service Civil
International e. V. auf unserem Gelände durch. Schwerpunkte sind hierbei die Bereiche ökologisches Bauen, deutsche
Sozial- und Kulturgeschichte. Des weiteren findet auch jährlich (in Kooperation mit dem BDP e. V.) das internationale
intergenerative Singetreffen statt.

3. Möglichkeit der Ableistung gemeinnützigen Stunden für nach dem Jugendgerichtsgesetz und dem Strafgesetzbuch
Verurteilte sowie Durchführung von Teilen des Sozialen Trainingskurses (STK)

Straffällig gewordene haben bei uns die Möglichkeit, nicht nur im handwerklichen Bereich etwas zu lernen und zu
leisten, sondern sich eben auch gerade im Sozialverhalten zu schulen, was ja eigentliches Anliegen des auf
Erziehung ausgerichteten Jugendgerichtsgesetzes ist.

Des weiteren ist es Ziel unserer Bemühungen, den Betroffenen bei der Resozialisierung eine gute Unterstützung zu sein,
daß heißt z.B. Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche. Der Vorteil unseres Hauses sind hier in der Region die Öffnungszeiten (werk-, sonn- und feiertags).

4. Einsatzstelle für Zivildienstleistende, für das freiwillige ökologische Jahr und den Europäischen Freiwilligendienst

Für die jungen Männer, welche keinen Dienst an der Waffe leisten, haben wir zwei Zivildienststellen, und für die jungen
Leute, welche sich im freiwilligen ökologischen Jahr befinden, eine Einsatzstelle eingerichtet. Seit 1998 ist der Verein
auch Aufnahmeprojekt im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes und nimmt Jugendliche aus dem Ausland auf
(bisher Italien, Kasachstan, Belgien, Polen).

5. Vereins- und Projektberatung

Da wir sehr mit der sozialpädagogischen Methode der Netzwerkarbeit arbeiten, haben wir es natürlich auch sehr oft mit
vielen anderen Vereinen zu tun. Diese und auch andere beraten wir in sehr vielen Fragen inhaltlicher, organisatorischer
oder finanzieller Art.

6. Ausschreibung von Praktikumsstellen für Pädagogikstudenten

Für StudentInnen im Bereich der Sozialpädagogik bieten wir zwei Praktikumsstellen an. Praktikumsstellen sind aber
auch für SchülerInnen vorhanden.

7. Durchführung von Freizeiten und Ferienlagern

Das ganze Jahr über bieten wir verschiedene Freizeitgestaltungsmöglichkeiten an. In den Ferien führen wir
Kinderferienlager durch. Uns geht es hierbei speziell um sinnvolle Freizeitgestaltung und darum, daß u.a. „Stadtkinder“
die Möglichkeit erhalten, eine gewisse Zeit auf dem Lande zu leben. Im Rahmen der als Freizeiten angelegten
Maßnahmen bieten wir auch verschiedene Bildungsparts an, wie z.B. im Bereich des ökologischen Bauens.

8. Umsetzung regionaler Projekte und Angebote

Thematisch werden verschiedenste Projekte mit Jugendlichen der Region umgesetzt. So gibt es beispielsweise seit
2001 ein Projekt "1000 Jahre Lützensömmern - Spurensuche". Dies ist ein Projekt mit Jugendlichen des Dorfes, welches
über "Jugend für Europa" finanziert wird. Gemeinsam mit den Jugendlichen werden hierbei verschiedene Einzelprojekte
zu einem Gesamtprojekt umgesetzt und zusammengeführt (Theaterstück, Videoinstallationen, Interviews, Erstellen
einer Dorfhomepage usw.). Des weiteren werden individuelle Hilfestellungen in den verschiedensten Bereichen
(Hausaufgabenhilfe, Lehrstellensuche, Antragsformulierungen, Kommunikationsmedien) gewährleistet.

9. Schaffung von Arbeitsplätzen über das AFG bzw. andere Förderinstrumentarien zur Integration
Jugendlicher bzw. Benachteiligter

Das Rittergut hat sich im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region entwickelt. So werden inzwischen
auch Jugendliche nach Auslaufen der ABM o. ä. in das Arbeitsleben des Hauses integriert – sei es ehrenamtlich oder auf
speziellen Förderrichtlinien. Das Gleiche gilt auch für den Sektor der älteren Arbeitnehmer/Innen.

10. Aufbau einer festen Kulturstätte auf unserem Gelände in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und
Einrichtungen zur Förderung junger Talente

Auf unserem Gelände werden verschiedene Veranstaltungen zur Förderung junger Talente und zur Schaffung eines
kulturellen Breitenspektrums in dieser strukturschwachen Gegend durchgeführt.

Zielgruppenbeschreibung

Durch den intergenerativen Gesamtansatz der Einrichtung hat sich der Stelleninhaber um alle Altersgruppen zu
kümmern bzw. entsprechende separate bzw. intergenerative Angebote laufend vorzuhalten. Der Zielgruppenschwerpunkt
liegt bei Kindern, Jugendlichen und Pädagogen. Jugendlichen mit Benachteiligung bzw. gesellschaftliche Stigmatisierung
kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Dies gilt nicht nur lediglich für sogenannte Sozialbenachteiligung, sondern auch
und gerade für Ausländer (Internationale Jugendarbeit), Homo- und Bisexuelle sowie Menschen mit Behinderungen.

Bei der Durchführung von Maßnahmen der außerschulischen Kinder- und Jugendbildung und -erholung, internationalen
Jugendarbeit sowie sozialpädagogischen Betreuung hat die regionale Herkunft (Unstrut-Hainich-Kreis) Vorrang.
Die Angebote werden ganzjährig unterbreitet und die Auslastung liegt bei (2001: 11.327 BT; 2002: 10.572; 2003: 12.407).
Der Einschnitt im Jahre 2002 ist einem bautechnischen Vorhaben zu verdanken. Durch die Zunahme inhaltlicher Angebote
und räumlicher Möglichkeiten nimmt auch die Nutzung der Einrichtung zu. Gerade aus der Region kommen immer mehr
Kinder- und Jugendliche.

Die Integration von Jugendlichen läuft aber auch noch auf einer zweiten Ebene, nämlich die der Schaffung von
Arbeitsplätzen. So konnten u. a. in der Vergangenheit Jugendliche im Rahmen von längerfristigen Diensten bzw.
bestimmten Förderprogrammen zur Abschaffung von Jugendarbeitslosigkeit Arbeitsplätze vermittelt werden. Des
weiteren haben Jugendliche neben der Möglichkeit der Ableistung gemeinnütziger Stunden die Möglichkeit für
Schulpraktikas. Durch den ständigen Kontakt mit Kindern, Jugendlichen und Multiplikatoren ist es stets abgesichert,
dass die Vereinsarbeit nicht an der Zielgruppe vorbei agiert.

Durch Feedbackveranstaltungen und die Rückkopplung mit Kooperationspartnern und anderen Trägern der Jugendhilfe
findet eine Bedarfsermittlung statt. Wichtiger Unterstützungsmoment ist hierbei aber auch gerade der Einbezug
Jugendlicher in Vereinsarbeit (FÖJ, EFD, Freiwillige). Dadurch findet ein ständiger Abgleich zwischen eigenem
Anspruch und gegebenen Bedarf statt.

Handlungskonzept

Die inhaltliche pädagogische, strategische und wirtschaftliche Arbeit des Vereines wird weitestgehend durch die Vollver-
sammlung, den Vorstand und die Leitung der Einrichtung in Übereinstimmung mit den gegebenen Möglichkeiten bestimmt.
Angestrebt war und ist immer, dass die Einrichtung verschiedene Variablen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse unserer
uns frequentierenden Gäste vorhält bzw. vorhalten kann. So verfügt das Haus beispielsweise über verschiedene Unter-
bringungsmöglichkeiten.

Vom Zeltplatz über Mehrbett-, Doppel- und Einzelzimmer bis hin zu Ferienwohnungen ist alles vorhanden. Dies ist nicht nur
aus wirtschaftlichen Gründen ein wichtiger Faktor sondern ist Grundbedingung für die Umsetzung des Zieles unterschied-
lichste Menschen über einen bestimmten Zeitraum zusammenbringen zu können. Beim Aus- und Umbau der Einrichtung
werden weitestgehend die Bedürfnisse der Gäste berücksichtigt. Das Haus ist eine öffentliche und gemeinnützige Einrichtung
und soll daher auch durch die Öffentlichkeit in Abstimmung mit der Vereinssatzung bestimmt werden und für den all-
gemeinen Nutzen zur Verfügung stehen.

Bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Hauses werden sowohl räumliche als auch personelle Gegebenheiten berücksichtigt.
Auf politisch temporäre Themen wird im allgemeinen nicht "aufgesprungen". Die Stätte selbst hat seine Themen und setzt
diese auch um. Das jährliche Ändern von Inhalten, um auf ständig wechselnde Förderprogramme bzw. medienwirksame
Themen zu passen, lehnen wir grundsätzlich ab. Wir gehen davon aus, dass unsere Themen und deren methodische
Umsetzung immer einen aktuell-politischen Bezug hat. Dies ist auch Feedback der Gäste bzw. TeilnehmerInnen.

Wichtig ist uns immer, dass nach Kooperationspartnern und -möglichkeiten geschaut wird. Hierbei geht es darum, dass
Themen, finanzielle Mittel, Teilnehmer und Außenwirkung gebündelt werden. Bei der Schaffung und Vermittlung von
Bildungsinhalten wird stark mit sozialpädagogischen Ansätzen gearbeitet. Lediglich für einen klassischen Bildungsstil
(herkömmlicher Seminarbetrieb) ist unsere Einrichtung nicht gedacht.

Ausgehend vom Begriff "Außerschulische Jugendbildung" gilt es sowohl thematisch als auch methodisch außerhalb des
normalen Schulbetriebes zu agieren. Wichtig dabei ist immer die kritische Beleuchtung des individuellen Kontextes unter
den jeweiligen sozialen und politischen Gegebenheiten. Nicht die Übernahme staatlich scheinbarer Mitwirkungsformen
sondern die Bildung sensibler, aufmerksamer und zur Antizipation fähiger Menschen ist unser Ziel. Der Einrichtung liegt
das Grundgesetz zu Grunde und arbeitet i. A. akzeptierend. Ausgeschlossen von Akzeptanz sind sowohl gewaltver-
herrlichende, faschistische als auch sexistische Gruppierungen.

Auf Grund eines guten informellen Netzwerkes können bestimmte Gruppierungen (faschistischer bzw. sektiererischer Art)
als Nutznießer der Einrichtung ausgeschlossen bzw. im Vorfeld herausgefiltert werden. Das Haus steht das ganze Jahr über
für alle Gruppen offen. Eine Berücksichtigung von Sonn- und Feiertagen gibt es nicht. Besonderer Wert wird darauf gelegt,
dass immer Parallelbelegungen vorhanden sind. Dies hängt nicht vorrangig an wirtschaftlichen Faktoren sondern ist unser
pädagogischer Auftrag. Größtes Bestreben liegt in der Durchführung von Kooperationsveranstaltung auf unterschiedlichsten
Ebenen. Dadurch findet eine fundiertere inhaltliche Arbeit aber eben auch eine Verstärkung der Außenwirkung statt. Um die
Region mit in die Arbeit des Hauses einzubeziehen, werden Arbeitsplätze, Veranstaltungen, wirtschaftliche Verzweigungen,
sozial- und soziokulturelle Projekte und Räumlichkeiten vorgehalten. So wird die Einrichtung auch und gerade durch die
Region mit getragen.

Auch hier wiederum ist die Förderung und Forderung ehrenamtlichen Engagements Wesensfaktor. Die Stätte bietet ihre
inhaltliche Arbeit nicht nur innerhalb der Einrichtung an, sondern geht auch an Schulen und andere Jugendeinrichtungen.
Diese Art der Bildungsarbeit dient aber primär dazu, zum einen bestimmte Inhalte zu vermitteln und zum anderen auf
Angebote der außerschulischen Jugendbildung aufmerksam zu machen. Der Stelleninhaber hat eine erhöhte Handlungs-
und Entscheidungskompetenz. Hinsichtlich seiner gleitenden Arbeitszeit ist davon auszugehen, dass der Stelleninhaber
sich sehr wohl mit den Einrichtungszielen identifizieren muss.

Durch die Arbeitsvielfalt und dem erhöhten Arbeitszeitaufwand (7 Tage-Woche; Sonn- und Feiertags ...) sollten besondere
Mechanismen eingebaut werden, welche ein Ausbrennen des Stelleninhabers verhindern. Sowohl die konkrete inhaltliche
Ausrichtung als auch die Methodik der Arbeit werden durch den Stelleninhaber manifestiert.

Grundlagen der selbigen sind aber

- Satzung und Leitmotiv der Einrichtung
- Transparenz der Entscheidungsfindung
- Mitbestimmung der Kinder- und Jugendlichen
- demokratisches Arbeiten
- Möglichkeit der Nachahmung bestimmter Projekte und Inhalte sowohl für Jugendliche als auch für Jugendeinrichtungen.

Die Jugendlichen sind bei der Teilnehmergewinnung mit einzubeziehen. Parallel dazu sollen eigene Methoden der
TN- Gewinnung entwickelt und umgesetzt werden. Dies gilt auch für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit.
Themenschwerpunkte der Seminarangebote für Jugendliche und Erwachsene


- Bauökologie
- Kreislaufprinzipien (Energie; Abfall; Gewalt; Sprache ....)
- Gewalt in Sprache und Gesellschaft
- Kommunikation und soziale Rollenverteilung
- Internationale Kooperationsveranstaltungen
- Sozialschulung/Kommunikation/-störung
- Sucht/Drogen – Soziales Fehlverhalten

Beim Aufbau bzw. Ausbau der Jugendbildungs- und –begegnungsstätte wird große Beachtung bauökologischen und
baupädagogischen Aspekten geschenkt. Durch die Umsetzung im folgenden aufgelisteter Projekte, wird eine hohe
Transparenz und Nachvollziehbarkeit verschiedener energetischer Kriterien erreicht:

1. Die gesamte Anlage wird über eine Holzvergaserheizung geheizt.

2. Das über die Regenwassersammelanlage gewonnene Wasser wird über einen Kreislauf dem
Brauchwassersystem zugeführt.

3. Ein Erdwärmekollektor gewinnt Wärmeenergie für Heizung und Heißwasser.

4. Durch eine kleine Fotovoltaikanlage wird im Wasserkreislauf ein neuer kleinerer Kreislauf gewonnen und den
Gästen gezeigt, dass mit und durch natürlichen Elementen Energie gewonnen werden kann.

5. Der Einsatz von Lehm und Holz als schadstofffreie Baumaterialien sowie die Nutzung von Naturfarben zeigt,
dass auch und gerade mit Naturmaterialien gebaut werden kann. 6. Verschiedene Baumodelle im Park stehen zur
Nutzung frei und regen zur Nachahmung an (Lehmöfen, Mandala, Indianische Schwitzhütte usw.)

7. Durch die Anordnung von Feucht- und Trockenbiotopen erfährt der Hof auch eine didaktische Bereicherung
gerade im Umweltbildungsbereich.

8. Gründächer als eine Art "Wiedergutmachung an der Natur" runden das bauökologische Bild ab

9. Über eine Solaranlage wird warmes Brauchwasser gewonnen.

Vieles wäre noch aufzuzählen. Eine Beschränkung auf das wesentliche reicht aber hier wohl aus. Wichtig zu erwähnen
bleibt noch, dass der gesamte Ausbau mit Jugendlichen über verschiedene Maßnahmen läuft. Jugend-ABM mit Haupt- bzw.
Realschulabschluß, (Internationale) Workcamps, Seminare etc. sind Maßnahmen der Umsetzung des Ausbaus.

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Hinsichtlich der Themenauswahl des Hauses ist ein dipolares System vorhanden. Zum einen werden die Kinder und
Jugendlichen befragt, wo ihre Interessenlage ist und zum anderen wird durch Gespräche mit Lehrern und Eltern
herauskristallisiert, wo deren Bedarf liegt.

Beides zusammen wird durch das Hauspersonal modifiziert und findet seine Umsetzung in den Angeboten der AJB.
Sowohl durch die Methodik als auch durch die Transparenz ist ein ständiges Mitbestimmen der Kinder und Jugendlichen
bei Seminaren, Workscamps usw. gegeben.

Vernetzung

Grundlegender Arbeitsschwerpunkt des Hauses bzw. der Stelle ist, die Schaffung von Projekten . Unabdingbar ist dabei die
Vernetzungsarbeit. Im folgenden nur einige wesentliche praktische Beispiele zur Veranschaulichung:

Zusammenarbeit mit Schulen (regional/überregional) zur gemeinsamen Durchführung von Schulprojekttagen u. ä.

Durchführung von zwei bis drei Internationalen Workcamps (SCI e. V./TMSFG)

Durchführung von längerfrsitigen Freiwilligendiensten (EVS mit SCI e. V. / FÖJ mit Evangelische Jugendarbeit in Thüringen)

Durchführung des Thüringer KinderKulturfestivals (Gründungsmitglied des Trägerverbundes KiKuFe)

Straffälligenbetreuung Jugendlicher aus dem UH (Thepra)

Durchführung verschiedener Arbeitsprojekte bzw. Praktika (Arbeitsamt, Promo)

Umsetzung von Projekten (Berufsschule Mühlhausen; KJR UH, Heimat- und Kulturverein Lützensömmern, FFW)

Betreuung Jugendlicher des Dorfes (Kirchgemeinde, Gemeindeverwaltung, Europäische Union)

Umsetzung Internationales Intergeneratives Singetreffen (Bund deutscher PfadfinderInnen MTK, Motyka aus Polen)

Durchführung Thüringer Theatertage (Spiel- und Theaterwerkstatt, Landesstelle für Jugendarbeit)

Erstellung von Förder- und Qualitätskriterien der AJB (LAG Jugendbildung).

Darüber hinaus existiert noch eine weitere Anzahl an Projekten, welche allein durchgeführt bzw. lediglich mit
temporären Kooperationspartnern umgesetzt werden.


Verwalterhaus
Seminargebäude
Herrenhaus
Trocken / Feuchtbiotop
Aussenküche & WC


Handyhügel
Lagerfeuerstelle
Lehmofen
Zeltplatz
Trockenbiotop


Blockhaus
Stallungen
Lagefeuerstelle


Kirche
Sportplatz
Wald
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